KAMPFSPORT IN WETZLAR
KAMPFSPORT   IN WETZLAR

Selbstverteidigung

Kampfkunst und Selbstverteidigung

 

sind begrifflich enger verbunden. Gemeint ist hier das Verhalten in echten, unreglementierten Gefahren- oder Konfliktsituationen.

 

Daher enthalten die Kampfkünste mehr Kampftechniken, die zum Ziel haben, einen Gegner in, meist körperlichen Konfliktsituationen zu besiegen. Bei alten Kampfkünsten geschah dies häufig auch unter der Verwendung von Waffen, wie das mittelalterliche Speer- oder Schwertfechten sowie beispielsweise beim Bogenschießen. So werden auch die in zahlreichen Filmen oft glorifizierten und Geheimnis umwogenen Ninjakämpfer (auch Schattenkrieger genannt) dort nicht ohne Grund auch als Meister im Umgang mit diversen Waffen dargestellt.

 

Weitere Kampfkunstaspekte

 

Zu den Kampfkünsten gehören weitere Aspekte, wie beispielsweise die Vermeidung von Konflikten im Vorfeld, die generelle Erhöhung der Beweglichkeit, Kraft, Körperbeherrschung, Schnelligkeit und Selbstdisziplin. Gleichwohl werden diese Fähigkeiten auch beim Kampfsport angestrebt.

 

Manche Kampfkunstsysteme, vor allem aus dem asiatischen Bereich, sehen sich im philosophischen oder religiösen Sinne als vollständiges System der Lebensgestaltung oder Vervollkommnung. Dabei treten die eigentlichen Kampftechniken bisweilen sogar in den Hintergrund oder werden nur als Weg zum eigentlichen Ziel verstanden.

 

Die Trennung zwischen den Begriffen Kampfkunst und Kampfsport bzw. Selbstverteidigung ist unscharf und für Laien nur schwer darstellbar. Selbst Fachleute können hier trefflich streiten. So gibt es von zahlreichen Kampfkünsten auch Varianten, die den sportlichen Zweikampf erlauben. Andere Kampfkünste gehen so weit, dass sportliche Einzelwettbewerbe im Vordergrund stehen, während der Aspekt der Selbstverteidigung und der echte Kampf in den Hintergrund tritt.

 

Selbstverteidigung

 

Eng mit der Selbstbehauptung und der Selbstverteidigung sind Begriffe und Methoden aus der Gewaltprävention verbunden. In der zeitgemäßen "Waffenlosen Selbstverteidigung" geht es auch um die Bedeutung von Sport und Bewegung. Das Selbstkonzept und die Resilienzfähigkeit des Menschen Konflikte zu meistern, also die psychischen Komponenten spielen eine bedeutende Rolle in den modernen Ausbildungskonzepten.

 

Als Selbstverteidigung wird allgemein die Fähigkeit bezeichnet, sich selbst (Notwehr) oder andere (Nothilfe) ggf. unter Einsatz körperlicher Mittel zu verteidigen. Diese Fähigkeit beinhaltet neben der verbalen und/ oder körperlichen Abwehr auch die Vermeidung von Angriffen auf die seelische oder körperliche Unversehrtheit eines Menschen.

 

Die Bandbreite von  Angriffen und Bedrohungen reicht von Nichtbeachtung und unbedachten Äußerungen, Einnehmen von Gemeinschaftsraum, setzt sich fort über Beleidigungen und Mobbing und geht über Körperverletzungen bis hin zu schwersten Gewaltverbrechen. Eine hohe Anzahl solcher Angriffe und Aggressionen wird nicht von Fremden, sondern von Bekannten (Mitschülern, Verwandte, Ehepartner) verübt.

Der Vielschichtigkeit der Einwirkungen, den teilweise nahtlosen Übergängen von Aggression, verbalen Attacken, Bedrohungen bis hin zur körperlichen Gewalt kann ein Kampf(sport/kunst)system nicht gerecht werden. Zudem spielt im Notwehrrecht die angemessene Wahl der Verteidigungsmittel, die sog. Verhältnismäßigkeit eine große Rolle.

 

Spezialistentum, d.h. ggf. nur schlagen und treten können, oder den Angreifer nur zu Boden (b)ringen, ausschließlich deeskalieren zu wollen oder nur hart und konsequent agieren zu können reicht nicht aus. Diese Möglichkeiten, jeweils für sich betrachtet sind unausgewogen und werden vielen Situationen nicht gerecht. Sicher ist - den „Königsweg“  gibt es nicht, denn jede (Konflikt-) Situation ist anders. Zudem wird eine identische Situation von mehreren Personen oft unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Entsprechend unterschiedlich fallen Gegenmaßnahmen aus.

 

Daraus folgt, dass es DAS Kampfsportsystem schlechthin nicht gibt  – die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte und beim Betrachter. Ju-Jutsu

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© Walter Muchel, Budokan Ju-Jutsu Wetzlar e.V.